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Bamberg, Germany

MASW / VS30 in Bamberg – Scherwellengeschwindigkeit für die Bauprojektierung

Bamberg liegt im fränkischen Schichtstufenland, wo die geologischen Verhältnisse von tonig-schluffigen Verwitterungslehmen über Keuper-Sandsteinen bis zu quartären Talfüllungen der Regnitz reichen. Die oberflächennahe Schichtenabfolge variiert stark, sodass die Scherwellengeschwindigkeit (VS30) für die Bauklassifizierung nach DIN 4149 essenziell ist. Mit einer MASW-Messung (Multichannel Analysis of Surface Waves) lässt sich das seismische Profil zerstörungsfrei bestimmen. So erhalten Bauherren und Planer in Bamberg verlässliche Werte für die Baugrundeinstufung, ohne aufwändige Bohrungen. Das Verfahren liefert ein kontinuierliches Tiefenprofil der Scherwellengeschwindigkeit – Grundlage für die Standsicherheitsbewertung bei Neubauten oder Nachverdichtungen in der Altstadt.

Illustratives Bild von MASW / VS30 (Scherwellengeschwindigkeit) in Bamberg
Die MASW-Messung liefert ein kontinuierliches Scherwellenprofil – die einzige zerstörungsfreie Methode zur VS30-Bestimmung für die Erdbebenklassifizierung nach Eurocode 8.

Arbeitsumfang in Bamberg

Die Feldmessung erfolgt mit 24 Geophonen entlang eines 46 m langen Profils. Eine seismische Quelle – meist ein Fallgewicht – erzeugt Oberflächenwellen, deren Ausbreitungsgeschwindigkeit aufgezeichnet wird. Die Datenverarbeitung wandelt das Dispersionsspektrum in ein Tiefenmodell um. Typische Parameter: Messbereich 1–30 m Tiefe, Auflösung ca. 0,5 m. In Bamberg kommt das Verfahren besonders dort zum Einsatz, wo die Stabilität von Hängen zu prüfen ist oder die Gründungstiefe wegen weicher Schichten unklar bleibt. Zudem lässt sich die seismische Bodenverstärkung abschätzen – wichtig für die DIN 4149-Einstufung von Bauwerken in den Erdbebenzonen 2 und 3.
MASW / VS30 in Bamberg – Scherwellengeschwindigkeit für die Bauprojektierung
ParameterTypischer Wert
MessverfahrenMultichannel Analysis of Surface Waves (MASW)
Geophone24 Stück, 4,5 Hz Eigenfrequenz
Profillänge46 m (2 m Geophonabstand)
Tiefenreichweite1 – 30 m (abhängig von der Wellenlänge)
VS30-ErmittlungMittelwert der Scherwellengeschwindigkeit bis 30 m Tiefe
Normative GrundlageDIN 4149, Eurocode 8 (EN 1998-1), NEHRP-Klassifikation

Kritische Bodenfaktoren in Bamberg

In Bamberg zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Quartärterrassen der Regnitz und den Keuper-Höhenzügen im Osten. Auf den weichen Talfüllungen der Innenstadt kann die VS30 unter 250 m/s liegen – das entspricht Baugrundklasse C oder D nach DIN 4149. Werden hier Gebäude ohne seismische Nachweise errichtet, drohen im Erdbebenfall erhebliche Schäden. Am Hang der Altenburg hingegen stehen feste Sandsteine an, die VS30-Werte über 600 m/s liefern. Die MASW-Messung deckt solche Kontraste präzise auf und schafft Planungssicherheit für Architekten und Bauingenieure.

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Anwendbare Normen: DIN 4149:2005-04 (Bauten in deutschen Erdbebengebieten), Eurocode 8 (EN 1998-1:2004) – Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben, NEHRP Recommended Seismic Provisions (FEMA P-1050)

Unsere Leistungen

Wir bieten zwei auf die MASW-Methode abgestimmte Dienstleistungen für Bauprojekte in Bamberg an:

MASW-Profilmessung

Zerstörungsfreie Erkundung des oberflächennahen Untergrunds mit 24-Kanal-Geophonarray. Ausgabe: VS30-Wert, Tiefenprofil der Scherwellengeschwindigkeit und Baugrundklasse nach DIN 4149. Ideal für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Gewerbebauten.

Seismische Standortanalyse mit Bericht

Erweiterte Auswertung inklusive Antwortbeschleunigungsspektrum und Vergleich mit den Bemessungsspektren nach Eurocode 8. Enthält Empfehlungen zur Gründungsart und gegebenenfalls Hinweise auf erforderliche Vertiefungsmessungen wie Refraktionsseismik.

FAQ

Ab welcher Gebäudegröße ist eine VS30-Messung in Bamberg erforderlich?

Nach DIN 4149 ist für Bauwerke der Bedeutungskategorie III und IV (z. B. Schulen, Krankenhäuser) in den Erdbebenzonen 2 und 3 eine Bestimmung der Baugrundklasse zwingend vorgeschrieben. Für Wohngebäude ab drei Vollgeschossen empfiehlt der Eurocode 8 eine VS30-Ermittlung. Die MASW-Messung ist hierfür die kostengünstigste zerstörungsfreie Methode.

Wie tief reicht die MASW-Messung in den typischen Böden Bambergs?

In den tonig-schluffigen Deckschichten der Regnitzniederung wird eine Tiefe von 15–25 m erreicht. Auf den festen Keuper-Sandsteinen der Höhenlagen sind 30 m und mehr möglich. Die tatsächliche Reichweite hängt vom Frequenzgehalt der Quelle und der Schichtdämpfung ab – wir passen die Messparameter vor Ort an.

Welche Kosten sind für eine MASW-Messung in Bamberg zu erwarten?

Die Kosten für eine MASW-Profilmessung mit Auswertung liegen zwischen 1.700 und 2.890 Euro, abhängig von Profillänge, Zugänglichkeit des Geländes und Umfang des Berichts. Bei mehreren Profilen auf einer Baustelle gewähren wir Staffelrabatte. Eine verbindliche Offerte erhalten Sie nach einer kurzen Ortsbesichtigung.

Kann die MASW-Messung auch unter Asphalt oder Pflaster durchgeführt werden?

Ja, das Verfahren funktioniert auf versiegelten Flächen wie Straßen oder Parkplätzen. Wir setzen die Geophone mit speziellen Kupplungsschuhen auf. Die Quelle wird auf der Deckschicht platziert – bei Asphalt genügt ein Fallgewicht von 5 kg. Die Ergebnisse sind mit denen auf unbefestigtem Boden vergleichbar.

Wie unterscheidet sich die MASW von der Refraktionsseismik?

MASW nutzt Oberflächenwellen (Rayleigh-Wellen) und ist unempfindlich gegen Schichten mit abnehmender Geschwindigkeit – ein häufiger Fall in Bamberg, wo weiche Tone auf festen Sandstein folgen. Die Refraktionsseismik erfasst dagegen nur Kompressionswellen und versagt bei Geschwindigkeitsinversionen. Für die VS30-Bestimmung ist MASW daher die robustere Methode.

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