Die Regnitz fließt mäandernd durch Bamberg und hinterlässt in den Auen feinkörnige Sedimente. Diese Tone und Schluffe reagieren empfindlich auf Feuchteänderungen. Ihre Plastizität bestimmt, ob ein Boden als Baugrund taugt oder ob er bei Wasserzutritt aufquillt und bei Trocknung schrumpft. Genau hier setzen die Atterberg-Grenzen an. Die Norm DIN 18122 legt fest, wie Fließgrenze wL, Ausrollgrenze wP und Schrumpfgrenze wS im Labor zu ermitteln sind. Für Bauvorhaben in Bamberg – vom Altstadtkeller bis zum Neubau im Hafen – liefern diese Kennwerte die Basis für die Einordnung in die Bodengruppe nach DIN 18196. Ohne diese Werte bleibt die Prognose des Setzungsverhaltens spekulativ. Ein ergänzender Vergleich mit dem Proctorversuch zeigt zudem, wie sich die Verdichtbarkeit bei optimalem Wassergehalt verändert.

In Bambergs Auenlehmen liegt der Plastizitätsindex Ip oft über 25 % – ein klares Indiz für ausgeprägt bindige Böden der Gruppe TA/TL.
Arbeitsumfang in Bamberg
Kritische Bodenfaktoren in Bamberg
Ein Mehrfamilienhaus in der Bamberger Südstadt zeigte nach zwei Jahren Setzungsrisse im Mauerwerk. Die Ursache lag in der Unterschätzung der Schrumpfgrenze des tonigen Untergrunds. Trockenperioden ließen den Boden schrumpfen, die Gründung sackte nach. Die nachträgliche Bestimmung der Atterberg-Grenzen ergab einen Plastizitätsindex von 32 %. Der Planer hatte mit einem Ip von 18 % gerechnet. Die Folge: Nachbesserung der Fundamente durch Unterfangung und ein erhöhtes Risiko für benachbarte Bauten in der engen Bebauung. Wer in Bamberg baut, muss die tonige Matrix der Regnitzsedimente ernst nehmen. Ein Blick auf die Bodenklassifikation nach Atterberg hätte den Schaden vermeiden können.
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Für eine vollständige Baugrundbeurteilung in Bamberg bieten wir zwei ergänzende Laborleistungen an:
Bestimmung der Fließgrenze nach Fallkegelverfahren
Ermittlung von wL nach DIN 18122-2 an der Korngröße < 0,4 mm. Der Versuch wird an drei parallelen Proben durchgeführt. Ergebnis ist der Wassergehalt, bei dem der Kegel 10 mm eindringt. Für Bamberger Tone typisch: wL zwischen 55 und 70 %.
Bestimmung der Ausroll- und Schrumpfgrenze
Ausrollgrenze wP nach DIN 18122-1 durch manuelles Ausrollen auf 3 mm Dicke. Schrumpfgrenze wS über Quecksilberverdrängung nach DIN 18122-3. Beide Werte dienen der Berechnung von Ip und der Zustandsform Ic.
FAQ
Warum sind die Atterberg-Grenzen gerade in Bamberg so wichtig?
Der Baugrund in Bamberg besteht großflächig aus Auenlehmen und Tonen der Regnitz. Diese Böden haben einen hohen Plastizitätsindex (Ip > 25 %). Ohne Kenntnis von wL und wP lässt sich das Quell- und Schrumpfverhalten nicht vorhersagen. Gerade in der Altstadt mit engen Baulücken führt das zu Setzungsschäden.
Welcher Wassergehalt liegt bei Bamberger Tonen an der Fließgrenze?
Die Fließgrenze wL liegt in den typischen Auenlehmen zwischen 55 und 70 %. Das bedeutet: Bei einem Wassergehalt über 55 % beginnt der Boden zu fließen. Unterhalb von 25 % wird er ausrollbar. Die Differenz von rund 30 Prozentpunkten zeigt die hohe Plastizität.
Wie viel kostet eine Bestimmung der Atterberg-Grenzen im Labor?
Der Preis für die vollständige Bestimmung von wL, wP und wS liegt zwischen 50 und 90 Euro pro Probe. Bei Serien ab fünf Proben reduziert sich der Stückpreis. Die Akkreditierung nach ISO 17025 ist im Preis enthalten.
Welche Norm gilt für die Atterberg-Grenzen in Deutschland?
Maßgeblich ist DIN 18122:2010-04. Sie beschreibt drei Verfahren: Fallkegel für wL, Ausrollverfahren für wP und Quecksilberverdrängung für wS. Für die internationale Vergleichbarkeit wird ergänzend DIN EN ISO 17892-12 herangezogen.