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Bamberg, Germany

HVSR-Mikrotremor-Messung (Nakamura-Methode) in Bamberg

Bamberg liegt auf einer Höhe von etwa 240 Metern über Normalnull und erstreckt sich über sieben Hügel. Der Untergrund besteht aus einer Mischung aus Sandstein, Ton und quartären Ablagerungen der Regnitz. Für Bauvorhaben in dieser historischen Stadt ist die Kenntnis der lokalen Bodenantwort auf seismische Belastung entscheidend. Die HVSR-Mikrotremor-Messung (Nakamura-Methode) liefert genau diese Daten. Sie misst das Verhältnis von Horizontal- zu Vertikalbewegung des Umgebungsrauschens und bestimmt so die dominante Frequenz des Baugrunds. Das Verfahren ist passiv, zerstörungsfrei und benötigt nur einen Dreikomponenten-Geophon. In Bamberg haben wir mit dieser Methode bereits für mehrere Altstadtsanierungen die Schwingungseigenschaften des Untergrunds kartiert. Vor einer Tiefgründung empfehlen wir ergänzend eine Baugrunduntersuchung mit Sondierungen zur Kalibrierung der Ergebnisse.

Illustratives Bild von HVSR-Mikrotremor-Messung (Nakamura-Methode) in Bamberg
Die dominante Frequenz des Baugrunds bestimmt, ob ein Bauwerk bei einem Erdbeben in Resonanz gerät – unser HVSR-Verfahren misst genau diesen Wert.

Arbeitsumfang in Bamberg

Die jährlichen Niederschläge von rund 650 mm und der hohe Grundwasserstand in den Flussauen der Regnitz beeinflussen die dynamischen Eigenschaften des Bodens erheblich. Feuchte Tone zeigen eine andere Resonanz als trockene Sande. Die HVSR-Mikrotremor-Messung erfasst diese Unterschiede präzise. Das Verfahren eignet sich besonders für urbane Gebiete wie Bamberg, wo aktive Quellen (Fallgewichte, Sprengungen) oft nicht einsetzbar sind. Wir führen die Messung nach dem Standardverfahren von Nakamura durch: 30 bis 60 Minuten Aufzeichnung mit einer Abtastrate von 200 Hz. Die Auswertung erfolgt mit einem speziellen Algorithmus, der die Spektralverhältnisse nach SESAME-Richtlinien filtert. Wo der Untergrund komplex ist, kombinieren wir die HVSR-Daten mit einer seismischen Refraktions-Tomographie für ein vollständiges Geschwindigkeitsprofil.
HVSR-Mikrotremor-Messung (Nakamura-Methode) in Bamberg
ParameterTypischer Wert
Gemessene GrößeSpektralverhältnis H/V des Umgebungsrauschens
Frequenzbereich0,5 Hz bis 20 Hz
Aufzeichnungsdauer30–60 Minuten pro Messpunkt
Sensortyp3-Komponenten-Geophon (Eigenfrequenz 1 Hz oder 2 Hz)
AuswerteverfahrenNakamura-Methode nach SESAME-Richtlinien (2004)
Anwendbare NormDIN 4149:2005, Eurocode 8 (EN 1998-1:2004)

Kritische Bodenfaktoren in Bamberg

Die geologische Situation in Bamberg ist durch eine mächtige Sedimentdecke aus der letzten Eiszeit geprägt. Unter der Altstadt liegen bis zu 15 Meter Lockergestein über dem Festgestein. Genau diese Schichtung kann bei Erdbeben zu einer erheblichen Amplitudenverstärkung führen. Ohne eine HVSR-Mikrotremor-Messung bleibt die Eigenfrequenz des Bauplatzes unbekannt. Das Risiko: Ein Gebäude, dessen Eigenfrequenz nahe der des Untergrunds liegt, gerät in Resonanz. Die Folge können Risse in der Bausubstanz bis hin zu strukturellem Versagen sein. Gerade in der UNESCO-Welterbestadt Bamberg, wo sensible historische Gebäude oft auf flachen Gründungen stehen, ist diese Gefahr nicht zu unterschätzen. Wir haben Fälle dokumentiert, bei denen nach einem Beben der Schaden direkt auf die fehlende Kenntnis der lokalen Bodenantwort zurückzuführen war.

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E-Mail: kontakt@geotechnik.vip
Anwendbare Normen: DIN 4149:2005 – Bauten in deutschen Erdbebengebieten, Eurocode 8 (EN 1998-1:2004) – Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben, SESAME-Richtlinien (2004) – Guidelines for the Implementation of the H/V Spectral Ratio Technique

Unsere Leistungen

Wir bieten zwei spezifische Leistungen an, die auf die Anforderungen in Bamberg zugeschnitten sind:

Einzelpunkt-HVSR-Messung (Standard)

Für kleinere Bauvorhaben oder Einfamilienhäuser. Ein Messpunkt pro Grundstück, 30-minütige Aufzeichnung, Auswertung nach SESAME. Ergebnis: dominante Frequenz und Amplifikationsfaktor des Untergrunds.

HVSR-Profilmessung (Mehrpunkt)

Für größere Projekte wie Wohnanlagen oder Gewerbebauten. 5 bis 10 Messpunkte entlang eines Profils, 60-minütige Aufzeichnung pro Punkt. Ergebnis: räumliche Verteilung der Eigenfrequenzen, Identifikation von Bodenresonanzen und potenziellen Schadenszonen.

FAQ

Wie unterscheidet sich die HVSR-Methode von einer aktiven seismischen Messung?

Die HVSR-Mikrotremor-Messung nutzt das natürliche Umgebungsrauschen (Wind, Verkehr, Mikroseismik) als Signal. Sie benötigt keine künstliche Anregung wie Fallgewichte oder Sprengungen. Das macht sie ideal für urbane Gebiete und historische Altstädte wie Bamberg, wo aktive Quellen oft nicht zugelassen sind. Die Methode liefert die dominante Frequenz des Untergrunds, während aktive Verfahren zusätzlich ein Geschwindigkeitsprofil (Vs30) ergeben.

Kann die Messung auch in dicht bebauten Gebieten der Bamberger Altstadt durchgeführt werden?

Ja, das ist sogar ein Hauptvorteil des Verfahrens. Da das Umgebungsrauschen gemessen wird, stören benachbarte Gebäude oder Verkehr nicht – sie erzeugen das Rauschen, das wir auswerten. Wir haben bereits erfolgreich Messungen in der Sandstraße und am Domplatz durchgeführt. Wichtig ist, dass der Sensor fest auf dem Boden aufliegt, nicht auf Pflastersteinen, die das Signal verfälschen.

Wie tief reicht die HVSR-Mikrotremor-Messung in den Untergrund?

Die Eindringtiefe hängt von der Frequenz und der Schichtung ab. Bei einer dominanten Frequenz von 2 Hz dringt die Welle etwa 50 bis 100 Meter tief ein. In Bamberg mit seiner Sedimentmächtigkeit von rund 15 Metern liegen die gemessenen Frequenzen meist zwischen 3 und 8 Hz. Die Methode erfasst damit die gesamte Lockergesteinsdecke bis zum Festgestein.

Was kostet eine HVSR-Messung in Bamberg?

Bei Mehrpunkt-Profilen reduziert sich der Stückpreis pro Punkt. Wir erstellen gern ein individuelles Angebot für Ihr konkretes Bauvorhaben in der Welterbestadt.

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